Hass im Internet. Wie weiter?

Das Internet hat zwei Gesichter: Das eine zeigt es als Ort der Mitgestaltung demokratischer Prozesse, welcher Transparenz und Mitsprache ermöglicht. Das andere als Ort von Hetze und Hass, die Populismus befördern. Doch wenn Kommentarspalten und Social Media eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung unserer Gesellschaft spielen und den politischen Diskurs massgeblich mit beeinflussen, gäbe es dann nicht eine Verpflichtung zur Intervention im Internet? Oder hat das Individuum gar keine Möglichkeit, Reichweite und Richtung seines Einflusses im Internet zu bemessen?

Solche und andere Fragen zur Verhalten im Internet sollen an dem Podiumsgespräch der freien uni zürich besprochen werden, zusammen mit der Soziologin Lea Stahel von der Universität Zürich und Franziska Schutzbach, Graduierte in der Graduiertenschule Social Sciences (G3S) und im Graduiertenkolleg Geschlechterforschung. Nach einer Einführung soll ein Gespräch für und mit dem Publikum neue Perspektiven auf Handlungsoptionen eröffnen.

Datum: 08. Dezember 2016

Zeit: 19:00

Raum: KO2-F-175

Mama Illegal – Filmscreening

Sie leben unter uns und bleiben dennoch unsichtbar. Sie putzen unser Klo, machen unsere Betten und pflegen unsere Eltern. Doch kaum jemand kennt ihre Geschichten. Drei Mütter verlassen die Heimat Moldawien, um illegal in Österreich und Italien als Putzfrauen zu arbeiten. Während diese Frauen getrennt von ihren Familien und ihrer Heimat arbeiten, wachsen ihre Kinder alleine auf.

Über sieben Jahre hinweg begleitete der österreichische Filmemacher Ed Moschitz für seinen Dokumentarfilm „Mama Illegal“ (2011) die Frauen. Entstanden ist dabei ein Film, der einerseits Fragen über die großen Themen Migration und Care-Arbeit aufwirft, andererseits von Hoffnungen, Ängsten und nicht zuletzt vom Preis des Traumes von einem besseren Leben erzählt.

Nach dem Film wird eine offenen Gesprächsrunde stattfinden: Warum betrifft Care-Arbeit hauptsächlich Frauen? Was bedeutet die Auflösung der Grenze zwischen Privat- und Abeitsleben in der Care-Arbeit? Wie lassen Strukturen hinter der Care-Arbeit Unterdrückungs- und Abhängigkeitsverhältnisse entstehen?

Donnerstag, 26.5.2016, 19.00 Uhr
Autonome Schule Zürich, Sihlquai 125, 8005 Zürich
Eintritt frei

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Ágnes Heller – Demokratie – von Utopie zu Dystopie

„Die Geschichte von Utopie und Dystopie ist eine Geschichte der historischen Veränderungen von Glaubenssystemen. Die Geschichte, die ich erzählen werde, ist eine, in der die Überzeugungen einer Zeit eng mit den Emotionen von Hoffnung und Angst verwoben sind. Es ist dies die Erzählung von kulturellen Tagträumen: Träume über das Erhabene und das Furchtbare, die der Imagination verschiedener Epochen entsprungen sind und deren Darstellung uns Nachkömmlingen in bestimmten Texten entgegentritt – Träume, die uns die imaginären Institutionen jener Zeiten nahe bringen.“

Ágnes Heller, geboren 1929 in Budapest, hat das scheinbar Undenkbare bereits in vielen Kontexten zustande kommen sehen: Das Schreckliche und das Gute, aber auch das technologisch und politisch Undenkbare, aus ihrer Perspektive als Jüdin, Marxistin, Emigrantin, Kritikerin und Kämpferin. Im Zusammenhang mit Dystopie und Utopie spricht die ehemalige Assistentin von Georg Lukács und Inhaberin des Hannah Arendt Lehrstuhls in New York über den Glauben an die Zukunft und die Angst vor ihr. Der Vortrag und die anschliessende Diskussion mit dem Publikum werden auf Deutsch stattfinden.

Donnerstag, 28.04.2016, 19.00 Uhr
Universität Zürich, Raum: KO2-F-152
Freier Eintritt

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Bildung 2030 – Zwei Szenarien

Bildung ist unsere wertvollste Ressource. Sie legt das Fundament für eine gut funktionierende Gesellschaft, in der menschliche Kompetenzen entfaltet und Selbstbestimmung und Partizipation der Individuen am öffentlichen Leben gefördert werden. Die Frage ist, welche Strukturen geschaffen oder erhalten werden müssen, damit sich diese Kompetenzen fördern lassen. Was sind die Herausforderungen für das schweizerische Bildungssystem auf den verschiedenen Bildungsstufen und wie wird sich das Umfeld von Erziehung, Schule und Weiterbildung bis zum Jahr 2030 verändert haben?

In einem Austausch über Zukunftsvisionen der Bildung in der Schweiz referieren und diskutieren:

Paul Müller (Rektor Berufsfachschule Winterthur und Präsident der Rektorinnen- und Rektorenkonferenz der Berufsfachschulen des Kantons Zürich)

Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli (Stiftungsprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin, assoziiertes Mitglied des Collegium Helveticum und Hauptautor des Weissbuches „Bildung Schweiz – Anforderungen an das Bildungssystem 2030“)

Donnerstag, 14.04.2016, 19.00 Uhr
Universität Zürich, Raum: KO2-F-152

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Lesung Hans-Christian Dany: Schneller als die Sonne

„In einer Zukunft, in der jeder Morgen gleich sein soll und alle vorhersehbar ausgeschlafen sind, fällt vielleicht kaum noch auf, wie wenig sich die Visionen des Kommenden von der Warenwirklichkeit der Vergangenheit unterscheiden“, schreibt Hans-Christian Dany. Ist der „kybernetischen Kontrollgesellschaft“ der Sinn fürs Unbekannte abhanden gekommen? Wir freuen uns darauf, mit dem Autor zu diskutieren, wenn er am Donnerstag, 10.03.2016 sein Buch Schneller als die Sonne. Aus dem rasenden Stillstand in eine unbekannte Zukunft an der freien uni vorstellt.

„Was in Mitteleuropa einmal Zukunft genannt wurde, ist zusammengeschrumpft. Fortschritt, Utopie und Science Fiction haben sich in Retro-Gespenster verwandelt, die nur noch blass an ihre verklungenen Versprechen erinnern. An deren Stelle sind kurzfristige Trendprognosen getreten und der Horizont einer vielgestaltigen Katastrophe. In Feedback-Schlaufen zwischen gerade eben und noch nicht dreht sich das bekannte Wissen im Kreis, damit der unkontrollierbare Wandel nicht Eintritt. Das Karussell des Erhalts eines Systemprinzips, was sich gerade Big Data nennt, erinnert an den Stillstand des Roulette. Im Kasino wetten alle Spieler auf eine unbekannte Zukunft, den zufälligen Fall der Kugel im runden Kessel. Letztlich gewinnt aber aufgrund der Null immer die Bank und das Szenario bleibt seit dreihundert Jahren, wie es war. Könnte in diesem Spiel der Ursprung eines kybernetischen De-futurisierung liegen?, jenem Methodenspektrum mit dem der gegenwärtige Kapitalismus das Leben auf das Überleben reduziert. Fluchtlinien aus diesem unbefriedigenden Zustand, zwischen gerade eben und noch nicht, könnten in der Entwicklung von Visions-Objekten liegen, welche die menschliche Kontrolle verlassen, und die Reise ins Unbekannte wagen.“

Hans-Christian Dany ist Künstler und lebt in Hamburg. Zuletzt erschienen Speed. Eine Gesellschaft auf Droge und Morgen werde ich Idiot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft.

Link zum Buch

Donnerstag, 10.03.2016 um 19.00 Uhr
Universität Zürich, Raum: KO2-F-152
Eintritt frei

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Unser neues Programm

Liebe Freund_innen der freien uni
Liebe Interessierte!

Im letzten Semester sind wir dem ästhetischen, politischen und persönlichen ‚Scheitern’ begegnet. Nun geht unser Veranstaltungszyklus in die zweite Hälfte und wir möchten mit euch und unseren Gästen den Blick auf die Zukunft richten – schliesslich gilt es auch zu fragen: Was kommt nach dem Schiffbruch?

Hier schon mal ein paar Daten, die ihr euch vormerken solltet:


Am 10. März wird Hans-Christian Dany sein neues Buch Schneller als die Sonne – Aus dem rasenden Stillstand in eine unbekannte Zukunft vorstellen und mit uns diskutieren.


Am 14. April beschäftigen wir uns mit Zukunftsvisionen der Bildung – Wie könnte diese im Jahr 2030 aussehen?

Zu einem Austausch darüber haben wir die Gäste Paul Müller (Präsident der Rektorinnen- und Rektorenkonferenz der Berufsfachschulen des Kantons Zürich und Rektor der Berufsfachschule Winterthur) und Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli (Stiftungsprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin und assoziiertes Mitglied des Collegium Helveticum) eingeladen.


Am 28. April wird die ungarische Philosophin Ágnes Heller über Democracy – From Utopia to Dystopia sprechen.

Àgnes Heller war Mitglied der „Budapester Schule“, promovierte bei Georg Lukàcs und wurde 1986 die Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl an der New School of Social Research in New York.


Im Mai werden wir uns zudem mit dem Thema „Frauen und Immigration“ auseinandersetzen und möchten in diesem Zusammenhang nach Möglichkeit auch Ed Moschitz’s Film Mama Illegal (Österreich, 2011) zeigen. Näheres zu dieser Veranstaltung wird folgen.


Wir freuen uns, euch bei der einen oder andern dieser spannenden Veranstaltungen begrüssen zu dürfen!

herzliche Grüsse,

freieuni

An legale Grenzen stossen – Arbeit & Aktivismus im Asylwesen

Berufliches und ehrenamtliches Engagement in der Praxis des Asylwesens bringt verschiedene Fragen der legalen Grenzen mit sich: Welche Handlungsspielräume haben JuristInnen, sich für die Anliegen von Asylsuchenden und Flüchtlingen einzusetzen? Welche rechtlichen Regelungen behindern die Arbeit der AktivistInnen? Wann geraten diese durch ihr Engagement selbst in eine rechtliche Grauzone? Wie weit kann und soll zivilgesellschaftliches Engagement in das staatliche Asylwesen integriert werden?

In einer Gesprächsrunde diskutieren wir gemeinsam mit Gästen und Publikum unterschiedliche Erfahrungswerte aus der Praxis. Alle, die sich selbst engagieren oder für die Thematik interessieren, bisher aber nicht genau wissen, wie und wo sie sich einbringen können, sind herzlich eingeladen!

Gesprächsrunde mit:

Hanna Gerig (Solinetz)
Lukas Keller (ASZ)
Pascal Ronc (RWI/UZH)
Marc Spescha (Anwalt)

Moderation: Hanna Stoll (Kritische JuristInnen)

Donnerstag, 10.12.2015 um 19:00 Uhr
Universität Zürich, Raum: KO2-F-175
Eintritt frei

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Schlechte Kunst – Ein Themenabend zu Ästhetik und Normativität

Am DO 05. November 2015 findet bei uns unter dem Motto „Schiffbruch“ ein Themenabend zu schlechter Kunst statt. Der Titel ist durchaus provokativ gedacht und wir erhoffen uns – von der Perspektive der abwertenden Haltung gegenüber bestimmter Kunst aus – die verschiedenen Konzeptionen und Einflüsse, die der Normativität in der Kunst zugrunde liegen, offen zu legen. Grundsatzfragen, wie die nach der generellen Wertbarkeit von Kunst, soll ebenso Aufmerksamkeit geschenkt werden wie Fragen nach den Einflüssen von Kultur, Kapitalismus und Kontext.

Nach einem lockeren Einstieg mit Andreas Storms Worst Case Szenarios und seiner Präsentation von schlechter Kunst werden die Podiumsteilnehmer diese und andere Fragen unter sich und mit dem Publikum diskutieren. Alle Meinungen sollen auf offene Ohren stossen, seien es persönliche oder abstrakt theoretische.

Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion mit Fabian Schwitter (Schriftsteller), Jürg Berthold (Philosoph), Eva Schumacher (Galeristin) und Olaf Knellessen (Psychoanalytiker).

Ort: Stuz2 CAB, Universitätsstrasse 6
Zeit: 20:00 Uhr
Türöffnung: 19:30 Uhr

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Das Scheitern handlungstheoretisch aufklären

Wir freuen uns sehr am DO 29. Oktober 2015 den Soziologen Prof. Dr. Matthias Junge von der Universität Rostock für ein Referat bei uns begrüssen zu dürfen.

„Die handlungstheoretisch orientierte Soziologie hat das Scheitern bislang weitgehend übergangen, denn es gilt als Widerfahrnis und kann daher nicht zum Gegenstand der Soziologie werden. Die Überlegungen versuchen sich im Gegensatz hierzu an einem handlungstheoretischen Verständnis des Scheiterns und unternehmen erste Schritte, um eine analytische Annäherung an die verschiedenen Formen des Scheiterns und seiner Bewältigung für die Soziologie zu ermöglichen. Damit soll die Bedeutung des Scheiterns für die Gesellschaft wieder in den Fokus gerückt werden.“

Zudem möchten wir uns ganz herzlich beim Soziologischen Institut Zürich (SUZ) für Ihre freundliche und grosszügige Unterstützung für diese Veranstaltung bedanken!

Wir freuen uns auf spannende Gespräche mit euch!

Ort: Universität ZH, KOL G-209                                                                                     Zeit: 19:00 Uhr

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Unser neues Programm!

Liebe Freund_innen der freien uni
Liebe Interessierte!

Die Veranstaltungsreihe im Herbstsemester 2015 und Frühlingssemester 2016 wird unter dem Thema „Schiffbruch“ stattfinden. „Schiffbruch“ als Metapher, als Bild, als Realität. In der Gesellschaft, beim Individuum. Schiffbruch als Scheitern oder auch als Chance. Anhand verschiedener thematischer Blöcke begeben wir uns auf eine Reise, hinterfragen den Schiffbruch und blicken über ihn hinaus.

Wir freuen uns, Euch bei möglichst vielen Veranstaltungen der freien uni zu treffen und wünschen Euch ein spannendes Semester,

herzliche Grüsse,

freieuni